Brauchen wir ein Sondervermögen – oder nur ein paar Enteignungen?

Deutschland hat angeblich kein Geld für Bildung, Soziales oder Klimaschutz, aber Milliarden für Rüstung und Konzernsubventionen? Dann kommt das politische Zauberwort: Sondervermögen. Klingt wie ein geheimer Staatsschatz, ist aber nur ein anderer Name für Schulden. Statt die nächste Generation zu belasten, sollten wir uns fragen: Wer hat in den letzten Jahren unverschämt profitiert? Und warum holen wir uns dieses Geld nicht einfach zurück?

Spahn, Tandler, Nestlé – und die ganz großen Steuerdiebstähle

Jens Spahn mit seinen Maskendeals und Immobiliengeschäften, Monika Tandler, die Millionen aus Steuergeldern verdiente, oder Nestlé, das unter Julia Klöckner PR statt Politik bekam – Beispiele gibt es genug. Doch die eigentliche Goldgrube liegt woanders: Cum-Ex und Cum-Cum haben den Staat um über 100 Milliarden Euro betrogen. Geld, das längst für soziale und ökologische Projekte verfügbar sein könnte – würde man den Betrug endlich restlos aufklären und konsequent zurückholen. Dann könnte das Deutschlandticket wieder 9 Euro kosten, was dem Klimaschutz mehr bringen würde als das komplette Sondierungspapier von CDU/CSU und SPD.

Enteignung als Gerechtigkeit?

Natürlich käme sofort das Geschrei: Sozialismus! Verfassungsbruch! Aber wo bleibt diese Empörung, wenn Konzerne Mieten explodieren lassen oder Nestlé Wasserrechte sichert, während andere verdursten?

Es geht nicht um wahllose Enteignungen, sondern um Gerechtigkeit. Eine Enteignung ist die Rückführung von unrechtmäßig angehäuftem Kapital in die Gesellschaft. Wer Sondervermögen fordert, sollte erst prüfen, ob das Geld nicht längst da ist – nur in den falschen Händen.

Ähnliche Beiträge

  • |

    Gegen das Verweilverbot

    Am 24. April 2026 fand in Lennep eine Demo gegen das Verweilverbot statt. Das war mein Redebeitrag. Liebe Remscheider*innen, liebe Genervte, liebe Verarschten, heute stehen wir hier, weil die Politik beschlossen hat: Jugendliche sind das Problem. Nicht die Rasenden, die unsere Straßen in Rennstrecken verwandeln. Nicht die Investoren, die unsere Altstadt für ein lächerliches Outlet…

  • Menschenwürde schützen

    Gestern fand das 1. Planungstreffen für die Internationalen Wochen gegen Rassismus 2025 statt, die unter dem Motto „Menschenwürde schützen“ stehen. Julia Albowski von @remscheidtolerant wird die Wochen gemeinsam mit #NRWeltoffen koordinieren, danke für eure Unterstützung! Menschenwürde schützen ist eine wichtige, gesamtgesellschaftliche Aufgabe, ganz besonders jetzt wo Rassismus („Sicherheitspaket“), Misogynie und Queerfeindlichkeit von Rechtspopulist*innen vorangetrieben werden….

  • Finger weg vom Selbstbestimmungsgesetz!

    Heute ist Trans Day of Visibility. Und ich bin wütend. Weil ein Gesetz, das endlich Selbstbestimmung, Würde und Menschenrechte für trans*, inter* und nicht-binäre Menschen bringt, schon wieder zur Disposition steht. Weil CDU/CSU – unterstützt von der rückgratlosen SPD – ganz offen darüber verhandeln, das Selbstbestimmungsgesetz wieder abzuschaffen. Ein Gesetz, das die menschenverachtende Praxis entwürdigender…

  • Solidarität mit Familie Doğan

    Remscheid darf nicht zur Bühne der Menschenverachtung werden – Solidarität mit Familie Doğan! Was am 13. März 2025 in Remscheid geschah, war kein „ordnungsgemäßer Verwaltungsakt“. Es war ein Akt der Grausamkeit: Ein Vater springt in seiner Verzweiflung vom Balkon. Eine Mutter wird mit zwei Kindern abgeschoben. Ein siebenjähriger Junge bleibt zurück – in der Obhut…

  • Ist Dein Wissen über HIV und Aids aktuell?

    Am heutigen Welt-Aids-Tag startet die neue Kampagne „Ist Dein Wissen über HIV und Aids aktuell…?“ der Aidshilfe Wuppertal und mit freundlicher Unterstützung der Stadt Remscheid, Stadtsparkasse Remscheid und Muteinander, die ich aktiv unterstützen darf und durfte. Sie besteht aus zehn Elementen mit Informationen zu HIV und Aids (www.hiv-aids.info), die durch eine prägnante Überschrift zum Lesen des deutlich kleineren Textes anregen soll….

  • Was zur Hölle läuft da eigentlich in Bayern?

    Die Münchener Staatsanwaltschaft erhebt Anklage gegen Mitglieder der Letzten Generation – wegen Bildung einer kriminellen Vereinigung. Ernsthaft? Menschen, die sich friedlich gegen die Klimakatastrophe stemmen, werden kriminalisiert, als wären sie Mafia oder Reichsbürger*innen. Gleichzeitig hatte die CSU die Unverfrorenheit, ausgerechnet Günther Felßner, einen verurteilten Umweltverschmutzer, zum Bundeslandwirtschaftsminister vorschlagen zu wollen. Jemand, der nachweislich Natur und…

Schreibe einen Kommentar