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Gegen das Verweilverbot

Am 24. April 2026 fand in Lennep eine Demo gegen das Verweilverbot statt. Das war mein Redebeitrag.

Liebe Remscheider*innen, liebe Genervte, liebe Verarschten,

heute stehen wir hier, weil die Politik beschlossen hat: Jugendliche sind das Problem. Nicht die Rasenden, die unsere Straßen in Rennstrecken verwandeln. Nicht die Investoren, die unsere Altstadt für ein lächerliches Outlet plattmachen. Nicht die Politiker*innen, die Bäume fällen lassen und dann von ‚Nachhaltigkeit‘ faseln.

Nein, das Problem sind junge Menschen, die sich auf Parkplätzen treffen – weil es keine anderen Orte mehr gibt. Und auch, weil sie sich andere Orte oftmals nicht mehr leisten können, weil die bundespolitische Umverteilung in Richtung Überreiche immer schneller voranschreitet.

Die Jugend zum Problem zu machen ist nicht nur dreist – das ist verlogen! Vor allem, wenn selbst die Jusos und die Junge Union mitstimmen. Wo bleibt da eure Jugendpolitik? Ihr habt den höchsten Jugendanteil im Rat aller Zeiten – und was macht ihr? Ihr lasst die Jugend eiskalt hängen, um einem hirnrissigen Vorschlag zuzustimmen, den sonst die AfD eingebracht und vielleicht durchgebracht hätte? Mit wessen Stimmen?

Das Verweilverbot ist Verrat an der Jugend. Statt für sie zu kämpfen, stimmt ihr für ein Verbot, das sie kriminalisiert. Real existierender Irrsinn.

Man nehme einen tragischen Unfall – eine junge Frau stirbt, unverschuldet – und instrumentalisiere ihn, um eine ganze Generation an den Pranger zu stellen. Warum? Weil der Fahrer jung war. Weil er migrantische Wurzeln hatte. Weil er ein schnelles Auto mit vielen PS fuhr. Dafür geht man dann zum Trauern auf die Straße, instrumentalisiert von und gemeinsam mit den Rechtsextremen von Pro Remscheid und Im Namen des Herrn.

Statt die richtigen Konsequenzen zu ziehen – stadtweites Tempo 30, das alle schützt – wird nun die Jugend zum Sündenbock gemacht.

Warum?

Weil es einfacher ist, Hass zu schüren, als Verantwortung zu übernehmen! Weil es einfacher ist, junge Menschen zu bestrafen, als den Verkehr zu bremsen! Und für so eine radikale Autostadt wie Remscheid ist es vor allem auch viel bequemer.

Ein stadtweites Tempolimit von 30 km/h würde sofort mehr Schadstoffe einsparen, als Neupflanzungen von Bäumen in 20 Jahren schaffen! Bäume, die in vorauseilendem Gehorsam für ein Wolkenkuckucksprojekt wie das Outlet fallen mussten. Aber was nützen uns junge Bäumchen, wenn die alten, die seit Jahrzehnten Feinstaub filtern, einfach weg sind? Und Lärmschutz ist ein Tempolimit allemal.

Aber stattdessen wird völlig realitätsfremd über ‚Verweilen‘ diskutiert.

Die Politik labert dauernd von Sicherheit, schafft aber Unsicherheit! Sie nimmt der Jugend die Plätze, die Bäume, die Zukunft – und dann wundert sie sich, wenn sie wütend ist? Noch nie war der Anteil der Jugend im Stadtrat sooo hoch, hat aber keine Eier, für sie einzustehen! Und lässt sich von den Alten wieder deren Bequemlichkeiten diktieren und kneift. Das ist einfach zum Kotzen!

Fragen wir uns mal: Wer hat eigentlich etwas vom Verweilverbot?

Die Raser? Nein, die rasen weiter.

Die Umwelt? Nein, die erstickt an Abgasen.

Die Jugend? Nein, die wird bestraft, weil sie keinen Platz mehr hat.

Wer profitiert also? Die Investoren, die die Altstadt zerstören. Die Politiker*innen, die lieber über ‚Ruhe und Ordnung‘ reden, als selbst Verantwortung zu übernehmen. Die Besserverdienenden, die sich über ‚Lärm‘ beschweren, während sie selbst mit ihren dicken Karren durch die Stadt donnern.

Das ist kein Zufall – das ist schon längst System! Eine Politik, die nur noch für eine kleine Gruppe gemacht wird, während der Rest leidet. Ihr verkauft unsere Stadt – und die Jugend soll still sein? Fick das!

Wir dürfen uns das nicht länger bieten lassen! Darum fordere ich hier laut:

Stadtweites Tempo 30 – sofort! Für Sicherheit, für die Umwelt, für alle.

Öffentliche Räume für die Jugend – jetzt! Und ohne sie zu kriminalisieren. 1000 Euro, weil man auf sich auf nem Parkplatz aufhält? Da können notorische Dauerfalschparkende und die antisozialen Rasenden herzhaft drüber lachen! Schluss mit der Kriminalisierung! Genau wie beim Schwarzfahren! Jugend ist keine Bedrohung – sie ist die Zukunft.

Und an die Jusos und die Junge Union: Ihr habt mitgestimmt. Ihr habt die Jugend verraten. Ihr könnt euch nicht länger hinter leeren Wahlversprechen verstecken. Entweder ihr steht zu ihnen – oder ihr steht im Weg! Wie die allermeisten Politiker*innen vorher auch euch im Weg standen. Das ist scheiße! Lernt doch endlich mal aus der ganzen Kacke, die gerade läuft.

Die Jugend ist die Zukunft – aber diese Zukunft wird gerade mit Füßen getreten!

Liebe Remscheider*innen, liebe Jugendliche – ich stehe heute hier, weil ich es nicht länger ertrage, wie mit euch umgegangen wird. Ihr werdet kriminalisiert, während die eigentlichen Probleme ignoriert werden.

Also: Lasst uns laut sein. Lasst uns sichtbar sein. Lasst uns zeigen, dass wir uns nicht verarschen lassen, für eine wirkungslose und absolut bescheuerte Symbolpolitik. Nur, damit sich manche alte Heulsuse ihre “politische Leistung” an die Glatze tackern kann, während sie im Internet über euch verweichlichte Generation herzieht.

Remscheid gehört uns allen – und wir kämpfen für eine Stadt, die Platz für alle bietet!

Danke.

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